Kopfläuse bei Kindern: Die Blutsauger im Kindergarten aufhalten

Kopfläuse bei Kindern: Die Blutsauger im Kindergarten aufhalten

Die meisten Eltern kennen es nur zu gut: Es kribbelt und krabbelt auf dem Kopf des Sprösslings. Die meisten wissen sofort, was dann die Stunde geschlagen hat – Läusebefall. Treten Kopfläuse bei Ihrem Nachwuchs auf, dann ist das oft ein Problem für alle Kinder in der Klasse oder Kita. Denn die kleinen Blutsauger verbreiten sich von einem Schopf zum nächsten. Wie Sie die Krabbeltiere vermeiden und schnell wieder loswerden, lesen Sie hier.
 

Ursachen von Lausbefall erkennen und vermeiden

Läusebefall wird von Fachleuten auch Pedikulose genannt. Als medizinisches Fachwort bezeichnet Pedikulose den Befall des Menschen durch Kopf-, Kleider- oder Filzläuse. Das ist eigentlich ungefährlich, wenn auch störend. Den Störenfrieden in der Haarpracht Ihres Sohnes oder Ihrer Tochter ist jede Kopfhaut recht.

Mit Duft, persönlicher Hygiene oder bestimmten Vorlieben der Lausart hat Kopflausbefall nichts zu tun. Einzig und allein eine Gelegenheit reicht dafür aus, dass Läuse von einem Haar zum anderen klettern. Kleinkinder haben öfter direkten körperlichen Kontakt als Teenager und Erwachsene. Sie stecken beim Spielen und Hausaufgaben machen die Köpfe zusammen und berühren sich häufiger. Daher sind sie auch dem Lausbefall stärker ausgesetzt.

Erfahren Sie davon, dass in Ihrer Umgebung Läuse aufgetreten sind, sollten Sie deshalb sofort dafür sorgen, dass Ihr Kind den engen Kontakt zu anderen vermeidet und seine Haare soweit möglich in einem Pferdeschwanz oder anderweitig zusammenhält oder mit einer Mütze bedeckt.

Die oft angedrohte Kürzung von langen Mähnen hat ihre Berechtigung: Läuse können sich bei einer Haarlänge von unter zwei Millimetern nur sehr schlecht festhalten. Sollten Sie Läuse bei Ihrem Kind entdecken, dann informieren Sie andere Eltern, mit denen es in Kontakt gekommen ist. Auf diese Weise kann ein kollektiver Einsatz die Übertragung und Ausbreitung der Parasiten begrenzen.

Wirkungsvoll Läuse behandeln

Haben sich Läuse und ihre Nissen erst auf dem Schopf Ihres Kindes ausgebreitet, ist gründliches Vorgehen wichtig. Denn eine weibliche Laus legt bis zu zehn Eier pro Tag. Läuse leben circa einen Monat lang und können in dieser Zeit zwischen 100 und 300 Nissen im Haar ablegen. Wenn auch nur eines der Läuseeier überlebt, besteht die Gefahr für einen erneuten Kopflausbefall. Befolgen Sie diese fünf Ratschläge und machen Sie der Epidemie bald ein Ende.

  1. Gründlich Läuse und Läuseeier auskämmen. Um alle Läuse und ihre Eier zu entfernen, können Sie Spülung oder Öl in das Haar des oder der Betroffenen geben. Nasses Haar ist leichter zu kämmen und macht es den Läusen schwerer, sich daran festzuklammern. Sorgen Sie für gutes Licht, damit Ihnen kein Tierchen entgeht. Teilen Sie dann das Haar so auf, dass Sie die Übersicht über die Stellen behalten, die Sie bereits durchkämmt haben und andere, die noch zu untersuchen sind. Kämmen Sie dann mit einem feinzackigen Nissenkamm aus der Apotheke Strähne für Strähne. Nach jedem Strich empfiehlt es sich, den Kamm an einem Stück Küchenrolle abzustreichen. Auf dem weissen Papier erkennen Sie schneller, ob Ihnen Läuse ins Netz gegangen sind.
     
  2. Gegenstände mit Haarkontakt sichern. Die Haarbürste Ihrer Tochter und das Kopfkissen Ihres Sohnes sind ebenso dem Lausbefall ausgesetzt wie ihr Lieblingskuscheltier. Um hier jedoch zu überleben, müssen Läuse innerhalb kurzer Zeit einen neuen menschlichen Wohnort finden. So gehen Sie ganz sicher: Waschen Sie Gegenstände, die mit Läusen in Berührung gekommen sind, bei 60 Grad in Seifenlösung und Textilien in der Waschmaschine. Was die heissen Temperaturen nicht verträgt, kann drei Tage bei -10 Grad im Gefrierfach liegen. Denn auch Kälte ist ein wirksames Läusemittel.
     
  3. Haare und Kopfhaut behandeln. In der Apotheke sind mehrere verschiedene Mittel gegen Kopfläuse zu haben. Die meisten basieren darauf, dass eine Silikonschicht die Kopfhaut über einen kurzen Zeitraum komplett abdichtet und den Läusen damit der Sauerstoff genommen wird. Zusätzlich hinterlassen die Substanzen eines solchen Lausmittels das Haar so glatt und „rutschig“, dass die Tiere sich daran nicht mehr festhalten können.

    Achten Sie deshalb darauf, nach dieser Behandlung zuerst Shampoo ins Haar zu geben und dann mit Wasser zu spülen. Bei dieser Therapie kommt es darauf an, die gesamte Kopfhaut ordentlich zu behandeln. Vergisst man nur eine kleine Ecke hinterm Ohr, ist die Gefahr womöglich nicht gebannt. Die chemische Kur ist daher nur in Verbindung mit gründlichem Durchkämmen und Sichtkontrolle zu empfehlen.
     
  4. Weitere Verbreitung umgehen. Haare sammeln, Mütze aufsetzen, Körperkontakt vermeiden. Mit diesen Ratschlägen tragen Sie nicht nur zur Prävention in der eigenen Familie bei, sondern verhindern auch, dass eventuelle Kopfläuse vom Schopf Ihres Sprösslings weiterwandern.
     
  5. Die ganze Familie untersuchen. Sind Vertreter einer Lausart bei einem Familienmitglied aufgetaucht, ist der Weg zum nächsten nicht mehr weit. Untersuchen Sie daher gründlich die Kopfhaut der gesamten Familie, um den Kopflausbefall wirksam zu bekämpfen.

Ende in Sicht

Wann können Eltern sich nun sicher sein, dass das Kribbeln auf dem Kopf ein Ende hat?

Läuseeier entwickeln sich innerhalb von neun Tagen zu einer Laus und schlüpfen. Daher ist es wichtig, die Kopfbehandlung regelmässig zu wiederholen.

Es empfiehlt sich, zwei Mal pro Woche das Haar gründlich zu durchkämmen. Dabei können Sie sicher gehen, dass nicht noch eine versteckte Laus geschlüpft ist, die sich nun doch weiter vermehren kann.

Wenn Sie diesem Rhythmus folgen und in zwei Wochen keine lebendige Laus finden, haben Sie den Lausbefall erfolgreich bekämpft.

Hilfestellung bei der Bekämpfung von Kopfläusen

Fachkundige Beratung erhalten Sie vom Gesundheitspersonal in den Apotheken Ihrer Stadt. Sie kennen sich mit den verschiedenen Lausarten aus und empfehlen Ihnen je nach Situation die Behandlung mit einem Lauskamm oder ein wirksames Lausmittel.

Sollte der Lausbefall und das Kratzen zu einer Infektion geführt haben, führt der nächste Schritt zum Arzt im Dienst. Der Fachmann kann einschätzen, wie eine eventuelle bakterielle Entzündung zu behandeln ist und wie Sie weiter vorgehen sollten.

Hat Ihr Kind eine Infektion aufgrund von Koplausbefall? – Dann ab zum Arzt: Kinderärzte in Ihrer Umgebung finden Sie hier:

Familienfreundliche Kinderarzt in Ihrer Umgebung

Baeckert Peter

Baeckert Peter in Zürich

Kinderarztpraxis am Pfannenstiel

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Kharrat Tatiana

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FAQ

Wo bekommen Kinder Läuse?

Läuse lieben Menschenansammlungen, wo Körper dicht aneinandergedrängt sind. Das kann der Schulbus sein, die gemütliche Leseecke im Hort oder das mit Spielkameraden gefüllte Kinderzimmer.

Auch in der Kleidung, Bettwäsche und auf Möbeln können Kopfläuse bis zu 48 Stunden überleben. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass der Hauptübertragungsort von Läusen der Kopf ist und Wäsche so gut wie nie von den kleinen Krabbeltieren bevölkert wird.

Woran erkennt man, dass ein Kind Läuse hat?

Ein deutliches Anzeichen für Kopflausbefall ist Juckreiz auf dem Kopf. Dieser taucht jedoch nicht immer auf. Es empfiehlt sich daher regelmässig oder bei Läusebefall im Umfeld visuell zu überprüfen, ob im Haar des Kindes Läuse sitzen.

Ihre Eier sind hell und leicht durchsichtig und daher vor allem in dunklem Haar relativ schnell zu erkennen, obwohl sie nur einen knappen Millimeter lang sind. Sie sitzen ungefähr einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt. Die eigentlichen Kopfläuse halten sich ebenfalls am liebsten in der Nähe des Haaransatzes auf. Sie sind schwarz und bis zu drei Millimeter lang. Läuse sind in blondem oder hellerem Haar besser zu erkennen.

Beim Blutabsaugen hinterlassen die winzigen Tiere kleine Portionen Speichel auf der Kopfhaut. Das führt zu Juckreiz. Wenn kräftig gekratzt wird, können bakterielle Infektionen entstehen. Entdecken Sie solche roten Stellen auf der Kopfhaut, sollten Sie sich an einen Arzt oder eine Ärztin im Dienst wenden.

Wohnen allerdings nur wenige Läuse im Haar, können diese leicht übersehen werden. Daher können Sie nur durch das gründliche Durchkämmen mit einem feinzackigen Läusekamm ganz sichergehen. Gründlichkeit ist hier entscheidend. Denn Läuse verbreiten sich ansonsten schnell auf den Köpfen der Eltern und Geschwister im Haushalt.

Warum bekommen Kinder Läuse?

Läuse zu haben ist keine Schande. Anders als Kleiderläuse haben sich Menschenläuse auf den menschlichen Körper, dabei vor allem den Kopf, als Lebensraum spezialisiert. Deshalb ist Läusen jeder Kopf als Revier recht, denn hier finden sie Nahrung und Wärme.

Die winzigen Krabbler ernähren sich von Menschenblut, dass sie alle paar Stunden durch die Kopfhaut aufnehmen.

Befindet sich Ihr Kind also dicht genug an einem anderen läusebefallenen Kopf, werden die dort lebenden Kopfläuse alles daransetzen, auf den neuen Schopf herüber zu krabbeln und sich auf diese Weise zu vermehren und ihren Lebensraum auszudehnen.

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